„Aus Massenmedien sind Medien der Massen geworden“

Die heutige Medienwelt wird mehr und mehr digitalisiert – dies zeigt Richard Gutjahr in seinem Referat “Lost in Disrubtion”. Dabei macht er deutlich, dass sich der Journalismus künftig den Massen richten muss.

Von Victoria Sutter, Ramona Ronner, Noelia Thiessen, Marc Estermann, Nathalie Eberle, Nadine Bunde, Alexandra Stähli


 

Ein Ereignis, ein Erlebnis, eine Meinung oder auch eine Aussage kann heutzutage wenige Minuten danach auf Twitter, Facebook oder auch Soundcloud nachgelesen und –gehört werden.

Was früher erst wenige Stunden später im Radio und Fernsehen lief oder am nächsten Tag in der Zeitung stand, kommt jetzt Sekunden später ins Internet, auf Onlineplattformen und Social Media.

Und somit wird der klassische Journalismus verdrängt, die Medienlandschaft verändert sich – wir befinden uns auf dem Weg in eine neue Zukunft.

„Ich glaube, dass nach diesem Jahr nichts mehr so sein wird, wie es war“, prophezeit Richard Gutjahr in seinem Referat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Er selber ist Journalist und Blogger, lebt in Tel Aviv, und reist auf der ganzen Welt umher – dabei stellt er die Hoffnung im Digitaljournalismus dar.

Seinen Vortrag startete er ebenfalls mit einer Reise; derjenigen von Marty McFly aus „Zurück in die Zukunft“, welcher ins Jahr 2015 reiste, um den Lauf seiner Geschichte zu verändern.

Wir können Fehler nicht korrigieren

Doch anders als Marty können wir nicht in unsere Zukunft reisen, um zu sehen, ob wir Fehler gemacht haben und diese nun korrigieren müssen.

Wir sind auf dem Weg in eine neue Medienwelt, wissen jedoch nicht, wohin uns dieser führen wird, so Richard Gutjahr weiter.

Allerdings birgt dieser Weg viele Gefahren, denn „da draussen ist immer jemand, der klüger ist als du“.

Damit spielt Richard Gutjahr auf die Tatsache an, dass alles, was online geht, eben auch kontrollier- und ausnutzbar ist.

Wenn jemand weiss wie, kann dieser alles Mögliche über eine Person, eine Unternehmung oder eine Tätigkeit herausfinden – geeignet für die Journalisten welche Recherche betreiben, ungeeignet für diejenigen, die etwas zu verbergen haben.

Zudem können viele Medieninhalte bewusst gesteuert werden, indem man teilweise tief in die Taschen greift.

So werden Inhalte gekauft, verändert und publiziert, oder auch gezielt eingesetzt, zum Beispiel beim Wahlkampf.

Das ist aber noch nicht alles – auch die Schnelllebigkeit birgt Gefahren:

Passiert irgendwo irgendetwas, wird das sofort online gestellt, somit geschehen auch Fehler und falsche Tatsachen geraten schnell in Umlauf.

„Wir werden somit zwar produktiver, aber nicht effizienter“, erklärt Richard Gutjahr.

Trotz all dieser potenziellen Gefahren wird diese unmittelbare Art von Berichterstattung rege genutzt.

Die Reporter an diesem Referat sind der lebendige Beweis dafür: Der erste Tweet „Lost in Disruption – KickOff Referat von Richard Gutjahr #JourTag2015“ ging bereits nach wenigen Minuten online.

Gerade im Jahr 2015 habe die Zukunft neue Wege eingeschlagen, vieles habe sich verändert. Immer mehr geht direkt über Onlineplattformen und Social Media.

Erst von dort aus gelangen Storys und Aussagen zu den Journalisten, welche dann Recherchen für ihre Berichte betreiben können, anstatt dass es wie früher zuerst zu den Berichterstattern gelangte.

Zum Schluss legte Richard Gutjahr den Zuhörern nahe, dass eines in der schnelllebigen Onlinewelt nicht vergessen werden darf: „Zeit und Aufmerksamkeit ist die Währung der Zukunft“.

 

(Die Story hätte ursprünglich in Facebook-Posts auf der Seite des IAM erscheinen sollen, leider macht uns die WordPress-Technik einen Strich durch die Rechnung. -rsz)

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