“Die Frau, die aus der Stille kam”

Von der Radiojournalistin zur Chefredaktorin – Martina Fehrs Aufstieg kam überraschend. Was dazu führte und wie sie ihren neuen Posten bestreitet erzählt sie im Gespräch mit Hannes Britschig.

Von Jasmina Gloor und Fanny Urech


 

Martina Fehr ist vierzig Jahre alt, studiert Unternehmungsführung und ist Chfredakteurin der Südostschweiz. Letzterer Umstand war für sie eine Überraschung. Nach Abgang ihres Vorgängers David Sieber machte sich die Zeitungsredaktion auf die Suche nach einem Nachfolger. Die Option, dass man sie wählen könnte, daran hatte Martina Fehr nicht gedacht. Schliesslich startete sie ihre journalistische Karriere beim Radio und war erst seit kurzem in den Schreibprozess involviert. Als die Leitung der Zeitung sie schriftlich zu einem Gespräch vorlud, gingen ihre Gedanken mehr in die Richtung „Habe ich etwas angestellt“, als dass sie an das Angebot einer Chefposition gedacht hätte. Dass die Wahl schlussendlich auf Martina Fehr fiel, hatte folgenden Grund: Es wurde keine CheIMG_1518fredakteurin im herkömmlichen Sinne gesucht, sondern viel mehr jemand, der das Unternehmen gut kennt und die Marke Südostschweiz weiterführen kann.
Wichtig ist ihr, als neue Chefredakteurin, Mehrwert zu ermöglichen und als Zeitung nicht austauschbar zu sein, denn nur so könne man im Journalismus überleben. Mit über 70 Mitarbeiter in mehreren regionalen Redaktionen obliegt Martina Fehr viel Verantwortung. Ihr ist es wichtig, die richtigen Leute am richtigen Platz einzusetzen, damit alle ihre Kompetenzen bestmöglich umsetzen können. Ebenfalls viel Wert legt sie auf die Nähe zur Redaktion, denn dies ermögliche eine gute Rücksprache mit den Mitarbeitern. „Wir haben nicht viele Türen in unserer Redaktion“. Zu ihrem Führungsstil sagt Martina Fehr: „Führung ist immer situativ bedingt“. Manchmal müsse man autoritär sein und manchmal se es wichtig miteinander zu arbeiten, aber dies komme immer auf die Situation an. Ihr Studium helfe ihr sehr bei der Leitung einer Redaktion. „Ohne Betriebswirtschaft und strategisches Denken wäre ich aufgeschmissen“, sagt sie und wirkt dabei souverän und sehr sympathisch. Zum Ausgleich liest die Chefredakteurin gerne und wenn es mal ein grösseres Ventil braucht um Frust loszuwerden, geht es dem Unkraut im Garten an den Kragen.

Während des Panels wurde das Gespräch ausserdem live auf der Streaming-App „Periscope“ übertragen. Wer sich abseits dieses Blogs ein Bild machen will, kann sich die einstündige Übertragung auf folgendem Link ansehen.

 

Technik, Bild: Jari Krucker, Riccardo Castellano

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