“Dinge darstellen, die Andere inspirieren: Konstruktiver Journalismus”

Michèle Graf-Kaiser von Ringier und Dominique Eigenmann vom Tagesanzeiger diskutieren mit Josefa Haas von Quajou über konstruktiven Journalismus und was dieser leisten kann.

von Eveline Angehrn, Christina Müller, Nuria Peon, Jacqueline Meyer, Luzia Sturzenegger, Richa Huber, Nadja Hermann


 

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Für Medien scheint es heute keine Selbstverständlichkeit zu sein, konstruktiven Journalismus zu betreiben. Konstruktiver Journalismus soll Probleme mittels Storytelling aufzeigen und den Weg zu einer möglichen Lösung erläutern. Das Ziel der Organisation Impact Journalism Day ist es, diesen wieder in den Alltag der Journalisten zu integrieren. Auf keinen Fall soll er aber den Newsjournalismus ersetzen. Der Fokus auf der Lösung und deren Entstehung kommt schliesslich dem Leser zugute und inspiriert. Um es mit den Worten von Michèle Graf-Kaiser zu verdeutlichen: „Journalisten selbst können die Welt nicht verändern, sie können aber über Menschen und Ideen berichten, die das Potenzial dazu haben.“

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Für die Redaktion bedeutet Konstruktiver Journalismus die Rückkehr zum eigentlichen Journalismus. Der grosse Zeitaufwand durch Tiefenrecherche schreckt aber häufig davor ab, obwohl diese Artikel zahlreicher gelesen werden und die Rückmeldungen statistisch gesehen besser ausfallen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Leserinnen und Leser durch die Negativität zahlreicher Berichte abgestumpft sind und sich deshalb an Alternativen erfreuen.

Beispielhaft ist die Plattform „ipaidabribe“, die Korruption übers Internet an den Pranger stellt. Die Veröffentlichung von Beamtenbestechungsgeldern hilft zur Verdeutlichung des Problems. Ausserdem trägt die Anonymität der Masse dazu bei, dass mehr Menschen den Mut für eine Meldung aufbringen. Das Konzept der Plattform kann weltweit eingesetzt werden und findet deswegen grossen Anklang. Den Gründern der Plattform geht es nicht um die Selbstvermarktung, sondern um die Lösungsvermittlung.

Ist konstruktiver Journalismus die Lösung aller Medienprobleme? Nein. Möchte ein Medium ernst genommen werden, braucht es nicht nur den konstruktiven, sondern auch den investigativen Journalismus.

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