“Es ist widersprüchlich, in einer globalen Welt kein Geld in den Auslandjournalismus zu investieren”

Unsere Welt wird immer globaler und unsere Kultur immer multikultureller. In Zeiten eines solchen Wandels ist es wichtig den eigenen Blickwinkel zu erweitern und über die Grenzen hinauszuschauen. Es muss Auslandjournalismus betrieben werden, um informiert zu bleiben. Das Problem ist jedoch, dass Schweizer Medienhäuser immer weniger in den Auslandjournalismus investieren. Ist es nicht paradox, dass in Zeiten der Globalisierung ausgerechnet im Auslandjournalismus eingespart wird? Drei Projekte die diesem Wandel entgegenwirken sollen.

Von Beyeler Selina, Olivia Fischer, Denise Fricker, Amanda Hermann, Livia Kurzbauer, Helena Städler, Lilian Wehrle


 

 

Projekt “Real21”
Real21 wirkt dem finanziellen Engpass im Auslandjournalismus mit Subventionen entgegen. Der Medienfonds, welcher von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA unterstützt wird, dient der Förderung von Geschichten zu globalen Themen. Von den eingereichten Projekten werden zehn Geschichten ausgewählt, prämiert und publiziert. Zudem verleiht der Verein, gegründet von der Alliance Süd und der MAZ, den Journalistenpreis mit einem Preisgeld in der Höhe von CHF 10’000.-. Real21 legt den Fokus auf jene Gegenden in der Welt, in welchen noch wenig oder gar kein Auslandjournalismus getätigt wird. Das Ziel ist es, weiterhin die Ecken der Welt auszuleuchten.

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Foto: Amanda Hermann

Projekt “LENA”
Das Kooperations-Projekt LENA besteht aus verschiedenen Verlagen mitteleuropäischer Länder. Redaktoren sollen aus diesem Pool Geschichten tauschen und von gegenseitigen Kompetenzen profitieren. „Fundiert recherchierte Geschichten oder auch Interviews kann der Tages-Anzeiger von der Welt übernehmen“, sagt Dominique Eigenmann, Auslandkorrespondent Tagesanzeiger. Auch auf einer übergeordneten Ebene betrachtet, könnten Journalisten Projekte starten, die ein einzelnes Medium alleine nicht realisieren könne, sagt Eigenmann weiter. Man wolle zudem Ressourcen nutzen, in einer Zeit, in der die Ressourcen auf den einzelnen Medien schrumpfen. Dies sei aber gleichzeitig ein Hinderungsfaktor, dass Redaktoren LENA nutzen. „Der Tages-Anzeiger hat noch die Hälfte des Geldes zur Verfügung, wie noch vor zehn Jahren.“ Die Zurückhaltung auf den Redaktionen, sich mit Artikeln von LENA zu bedienen, sei gross. Dies aus Angst davor, in Zukunft nicht mehr gebraucht zu werden. Gemäss Eigenmann ist es eine Frage des Willens und die Aufgabe liegt beim Management, das Potenzial auszuschöpfen.

Projekt “#SRF Global”
Mit der neuen Sendung „#SRF global“ möchte das Schweizer Fernsehen SRF mehr internationale Themen aufgreifen. Die Sendung wird einmal im Monat ausgestrahlt und erreicht rund 60’000 Zuschauer. Daniel Blickenstrofer, Redaktor bei SRFglobal, findet es wichtig, dass diese Sendung ins Leben gerufen wurde. Die Sparmassnahmen hätten auch die Arbeit der Auslandskorrespondenten beeinträchtigt. „Auslandsjournalisten können, aufgrund verkürzter Sendezeiten, ihr Wissen nicht sehr preisgeben“, sagt Blickenstrofer. Mit dieser Sendung möchte SRF diesem entgegenwirken und den Auslandskorrespondenten eine Stimme geben. Die Produktionskosten für diese Sendung halten sich gemäss Blickenstrofer günstig, genauere Angaben möchte er jedoch nicht machen.

Hier gehts zum Video.

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Foto: Amanda Hermann

Fazit
Unter dem Titel versprachen wir uns eine Diskussion zur aktuellen Situation des Auslandjournalismus und dessen Herausforderungen. Diese fand so nicht statt. Es wurden drei spannende Projekte vorgestellt, die unter anderem das Finanzierungsproblem dieses Ressorts aufzeigen.

Interview mit Diego Yanez, Direktor MAZ

 

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