“Ich blogge, also bin ich”

Getreu seinem Motto “seiner Zeit oft voraus und fast immer zu spät” ist Richard Gutjahr nicht ganz dem Zeitplan entsprechend zu seinem Workshop erschienen. Er hat gleich mit seinen sieben Survival-Tipps für Journalisten im Netz losgelegt.

von Annika Schmid, Anna Herbst, Corina Oertli, Fabienne Trümpi, Fabian Grimm, Julia Zuber, Valérie Jost


Erstens: Soziale Netzwerke nutzen. Snappen, twittern, posten, bloggen – nutzt einfach alles, was Social Media zu bieten hat. Auch wenn ihr am Anfang nicht von Snapchat begeistert seid, vielleicht ist das das neue Facebook. Also gleich registrieren und Namen sichern. “Diese Kanäle sind Gold wert”, betont Gutjahr. Um begehrte Interview-Partner zu kontaktieren, twittert er diese einfach an, statt den traditionellen Weg über die Kommunikationsabteilung zu nutzen. Damit schlägt er die Brücke zu seinem zweiten Tipp: Community-Pflege. Die ersten tausend Follower müssen hart erarbeitet werden, danach kommen weitere wie von selbst. Das Netzwerk, welches ihr habt, kann euch niemand nehmen und dieses kann euch unter Umständen zu einem neuen Arbeitgeber verhelfen.

“Wer in den Netzwerken nicht irgendwo seinen Namen hat, existiert nicht.” Deshalb müsst ihr — dritter Tipp — ein starkes Markenbewusstsein entwickeln. Die Generation Y ist den heutigen Journalisten in dieser Hinsicht weit voraus. Die Jugend hat längst begriffen, worum es bei der Selbstvermarktung geht. Dies wiederspiegelt sich in all den erfolgreichen Blogs und YouTube-Channels. Schafft euch eine Plattform, über die ihr die Kontrolle habt. “Es gibt unschöne Bilder von mir auf Google. Aber die werdet ihr nie finden, den sie sind auf Seite 200. Schüttet noch mehr Heu auf den Haufen, damit man die Nadel nicht so schnell findet. Nehmt euer eigenes Google-Glück in die Hand.”

Gutjahrs vierter Tipp heisst lebenslanges Lernen. “Seid offen für Neues und denkt daran, der Journalistenberuf ist wie eine Software — man muss sich ständig anpassen, sonst bleibt man auf der Strecke.”

Nummer Fünf: Strategische Partnerschaften. Fehlt euch für etwas das Know-How, ist das keine Ausrede. Sucht euch den richtigen Partner! Der Radio-Journalist stösst auf dieselben Probleme wie ihr, Programmierer und Designer bringen euch weiter.

Aufmerksamkeit ist die kostbarste Währung im Netz!

“Machen!” – das ist Richard Gutjahrs zweitletzter Tipp. Egal wie, egal wo, einfach machen! Selbst wenn es nicht regelmässig ist, kann es Resonanzwellen in verschiedensten sozialen Netzwerken auslösen. Das ist das höchste Gut. Stellt die Geldfrage zu Beginn zurück. Eure Arbeit zahlt sich finanziell früher oder später aus. “Viel wichtiger ist Aufmerksamkeit — die teuerste Währung im Netz.”

Richard Gutjahr schliesst seinen Workshop mit seinem letzten Tipp für Journalisten, welche sich im Netz beweisen müssen: Spass! Bloggen ist wie Joggen — wenn es mal geht, dann macht es sogar Spass. Und trotzdem geht es nicht ohne Training, denn:

“Es reicht nicht, nur gut zu sein. Sorry.”

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