Der schlimmste Alptraum der Chefetage: Satiriker

Trotz eigener Funktion, gibt es in der Satire viele Überschneidungen mit dem Journalismus. Das sind die Berührungspunkte.

Von Serra Topuz, Delia Landolt, Jutta Kaminsky

podiumsdiskussion_satirikerjournalist_02-11-2016

Laut einer Studie in Italien im Jahr 2011 geniessen Satiriker grösseres Vertrauen der Bürger als die eigentlichen Nachrichtensendung. Die Frage im Raum: War sich das Publikum der satirischen Aspekte bewusst?

Die Satire bedient sich oft der Rhetorik und greift oft indirekt an, so ist es für den Zuschauer möglich sich Satire nicht bewusst zu werden.
Guido Keel, einer der Podiumsleiter und Dozent der ZHAW, erklärt daraufhin, dass es jedoch ein wichtiger Punkt der Satire sei, dass der Zuschauer bemerkt, dass es sich um Satire handelt, denn es ist notwendig, dass das Publikum Vorwissen besitzt, sonst wird der Witz nicht verstanden. Soweit, so klar.

extra 3 schaltet sich ein

Andreas Lange, Chefredakteur der Satiresendung “extra 3”, beschreibt die Satire als “ein Segeln an der Geschmacksgrenze”.

gif_andreaslange_02-11-2016

Der Satire-Spezialist wurde aus Hamburg live hinzugeschaltet, um über seine Arbeit als Chefredaktor zu berichten und Konflikte zwischen Satire und Journalismus anzusprechen. Worin bestehen Gemeinsamkeiten, worin die Unterschiede?

Satire sei auf den Journalismus angewiesen, benötige ihn also als Basis. Das klassische Angebot würde jedoch ergänzt und für das Publikum schmackhaft gemacht werden. Der Satiriker selektiere, denn nicht jedes aktuelle Thema eigne sich als Beitrag. Die emotionale Grundstimmung der Gesellschaft, Ethik und Moral spiele dabei eine grosse Rolle. Nach einem fatalen Ereignis ziehen sich Satiriker eher in den Hintergrund zurück und geben den Menschen Zeit, sich zu informieren. Darüber lachen könne man später.

Der Schweizer Komiker Michael Elsener erzählt in der Podiumsdiskussion von seiner eigenen Erfahrung im Schweizer Fernsehen: “Wir Kabarettisten geben einfach zu, dass wir nicht objektiv sind [im Vergleich zu Journalisten]. Wir hinterfragen alles, das ist wahrscheinlich auch eine Berufskrankheit.” Möglicherweise ist das der Grund, wieso es schwierig sei mit ihm privat zusammenzuleben, ergänzt er schmunzelnd.

So kriegt er sich ebenfalls im Berufsleben oft mit Vorgesetzten in die Haare. Er kritisiert die mangelnde Freiheit in seiner Arbeit. Das Absegnen der Chefetage sei der “Tod jeglicher Kreativität”.

Wenn man Satire seinen Freiraum lasse, profitiere so auch der Journalismus davon. Eine Aussage von Viktor Giacobbo rundet das Ganze folgendermassen ab: Wie er feststellte, kann er junge Leute mit seiner Satiresendung dazu bewegen sich über das Weltgeschehen zu informieren.

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One thought on “Der schlimmste Alptraum der Chefetage: Satiriker

  1. Geht es nur mir so oder suggeriert der letzte Abschnitt (“Eine Aussage von Victor Giacobbo rundet das Ganze folgendermassen ab: Wie er feststellte, kann er junge Leute mit seiner Satiresendung dazu bewegen sich über das Weltgeschehen zu informieren.”), dass Viktor (den man übrigens mit K schreibt) Vorort war?

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