Die EU ist Thema – und die Bänke bleiben leer

 

Die EU:  Hochrelevant, komplex – und anscheinend uninteressant. Brüssel zwischen Kompetenzdruck und Gähnreflex.

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Von Caroline Leutwiler

In Brüssel werden tagtäglich Entscheidungen getroffen, die auch uns in der Schweiz betreffen. Doch das Interesse an der Berichterstattung ist abgeflacht.

Generell gehe in den Schweizer Medien auch die Auslandsberichterstattung zurück. Dies erfahren wir von Angelo Gisler vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich.

Das Thema EU sei harzig geworden. Es hätte an Attraktivität verloren. Das Thema EU sei nicht so spannend, wie zum Beispiel der Wahlkampf in den USA. In diesem Punkt sind sich alle Teilnehmer der Gesprächsrunde einig.

In Brüssel sei es leichter an Merkel ranzukommen als in Berlin, sagt Sebastian Ramspeck, Korrespondent in Brüssel des Schweizer Fernsehen. Man müsse die EU spüren, meint er weiter. Er bemängelt, dass in den Schweizer Redaktionen viel «ohne Rücksprache vor Ort» berichtet wird.

Es gebe eine gewisse Betriebsblindheit in Brüssel, kontert Patrik Müller, Chefredaktor der Schweiz am Sonntag. Scheuklappen würden beidseits bestehen. Die Brüssel-Fixierung ärgere ihn etwas. Die Vielfalt von Europa sollte vermehrt abgebildet werden.

Interesse weg

Scheuklappen, Brüsselfixierung – bewegende Schlagworte. Und doch: Etwa ¾ der Bänke des Hörsaals bleiben leer. Publikumsinteresse? Fehlanzeige.

Seinen Höhepunkt hatte das Thema EU nämlich im Februar 2014, als in der Schweiz die Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative stattgefunden hatte. Seither ist viel über das Thema geschrieben worden. Das Interesse ist etwas abgeflacht. Zurzeit werden Themen wie der Brexit oder die Situation in der Türkei als attraktiver beurteilt.

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One thought on “Die EU ist Thema – und die Bänke bleiben leer

  1. ‘Eigentlich’ schade. Das Thema Europa ist tatsächlich viel interessanter als man in der Schweiz oder auch in Deutschland denkt. Jahrzehnte überdauernde Berichts-, Verlautbarungs- und Diskussionsroutine verdeckt m.E. viele Strukturprobleme des vereinten Europa..(Journalismus) Stephan Fröhder

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