Googles Geld – Gutes Geld?

Zwischen Tellern, Gläsern und Journalisten beschäftigt die Frage: Ist Google Freund oder Feind? 

von Mathis Schilter, Reto Latzer, Yves Weibel

Angregte Gespräche während der Mittagspause

Die Mittags rege diskutierte „Digital News Initiative“ beschäftigt die Medienhäuser – und Besucher des JourTag16. Geld vom Internetgiganten soll die Schweizer Medienlandschaft noch mehr digitalisieren. Wie Konrad Weber, Leiter des SRF-News-Labs, sehen es auch andere. Dank Google wird endlich über neue digitale Innovationen gesprochen. Es werden finanzielle Mittel für Auswertungen von Nutzerverhalten bereitgestellt, um eine individuelle Berichterstattung für alle Leser zu ermöglichen.

 

„Es werden neue Möglichkeiten für Medienhäuser geöffnet“, meint Andreas Häuptli, Geschäftsführer vom Verband Schweizer Medien.

Ganz generell scheint sich niemand gegen die Innovation wehren zu wollen. Nur mit offenen Armen wird Google jedoch nicht empfangen. Urs Bühler von der NZZ, welche den grössten Betrag von Google einheimst: ,,Das demokratiefördernde Element geht verloren, was durchaus negative Auwirkungen haben kann.”

chart-verteilungDer Tenor unter den befragten Journalisten ist jedoch mehrheitlich positiv. So meint Frank Hänecke, Studienleiter am MAZ: ,,Es ist eine Genugtuung, dass das Internet etwas zurück gibt, was es zuvor genommen hat.” Hänecke spricht auf die schwindenden Werbeeinnahmen an, welche Printmedien durch die Konkurrenz aus dem Internet erlitten haben.

Es wird sich erst mit der Zeit zeigen, inwiefern die erneute Revolution im digitalen Umfeld der Medien sich auf den Markt auswirken wird. Aber wie Urs Bühler meint:

„Dem Trend kann man sich nicht verwehren.“

Die Zukunft und die Lesermeinung wird zeigen, ob die Zusammenarbeit der Medienhäuser mit dem Internetgiganten Früchte tragen wird.


Das Audiointerview mit Urs Bühler hier:

Den letztjährigen Beitrag zur DNI finden Sie hier: Was will Google mit ihrer “Digital News Initiative” wirklich?

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One thought on “Googles Geld – Gutes Geld?

  1. “Das demokratiefördernde Element geht verloren, was durchaus negative Auswirkungen haben kann.”

    Dass es negative Auswirkungen haben wird, wenn “das demokratiefördernde Element” des Journalismus verloren geht, ist unbestritten. Ob die DNI jedoch dazu führt, dass dieses Element verloren geht, darüber lässt sich trefflich streiten. Urs Bühler’s Standpunkt ist einer. Meiner ist ein anderer. Der Medienbranche geht es schlecht. Einige Medienhäuser sind in der glücklichen Lage a) liquide Mittel und b) eine kluge Unternehmensführung zu haben um in Innovation investieren zu können/wollen. Realität ist: bei den allermeisten Medienhäusern ist wenigstens eine der zwei Bedingungen nicht erfüllt. Doch Innovation ist notwendig um Menschen auf neuen Kanälen mit unseren Inhalten erreichen zu können und sie davon zu überzeugen, dass es sich lohnt für diese Inhalte zu zahlen. Da die finanziellen Mittel, welche Google im Zuge des DNI Funds bereitstellt, zur Umsetzung von Projekten ausgeschüttet wird, deren Ziel es ist mittels innovativer technologischer Ideen genau das zu erreichen, fördert die DNI “das demokratische Element”, anstatt es abzuschaffen.

    https://www.digitalnewsinitiative.com/

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