Im Zentrum: Der User

Wie sollen Journalisten zukünftig die Bedürfnisse ihrer User erkennen? Design Thinking heisst das Zauberwort von Konrad Weber.

Text: Cornelia Brunner-Scherrer
Bilder und Videos: Tanja Altenburger und Ramona Kobe

Die Kreativmethode Design Thinking ist in der Journalismusbranche noch relativ unbekannt, so der Workshop-Leiter Konrad Weber, Redaktor SRF Multimedia. Das Hauptziel dieser Methode sei, die Bedürfnisse der User zu erkennen, damit neue Produkte für das Zielpublikum entwickelt werden können.

img_4261„An wen denken Sie, wenn sie schreiben“, so die Einstiegsfrage zum Workshop. Die meisten Journalisten und Journalistinnen haben ein konkretes Bild von einer Person, für die sie schreiben oder eine Vorstellung davon, für wen sie schrei
ben. Design Thinking geht kreative Wege, die genauer und schneller die Bedürfnisse des Users herausschälen, damit die entsprechenden Produkte entwickelt werden können.
Wichtig, wenn unter Zeitdruck und mit knapper werdenden Ressourcen gearbeitet werden muss.

 

Dialektik im Zeitalter des Onlinejournalismus

Bei der Design Thinking-Methode werden in einer Empathiephase die Emotionen der potenziellen User abgeholt. In der darauf folgenden Synthesephase, wird aus den gesammelten Daten die Sichtweise definiert und anschliessend werden in einer Brainstormingphase mit verschiedenen Personen aus diversen Fachgebieten Ideen gesammelt. Nun wird der Prototyp entwickelt und sofort am Kunden getestet. Dieser Prozess kann wiederholt durchlaufen werden, um eine stetige Entwicklung und Anpassung an die Kundenbedürfnisse zu optimieren.

In einem interaktiven Selbsterfahrungsprozess werden die Teilnehmenden in die Methode eingeführt.

Die aktive Beteiligung nach einem Tag des intensiven Zuhörens wird sehr geschätzt, erfahre ich von einem Teilnehmenden.

Die Frage, wie die Methode von der operativen Ebene in den journalistischen Alltag heruntergebrochen werden könnte, bleibt auch nach der Diskussionsrunde offen und es „braucht noch Hirnschmalz“ um die Impulse in der Praxis umzusetzen, so ein Teilnehmer. Der Workshop hat neue Impulse und Denkanstösse vermittelt, die Bedürfnisse der User wieder vermehrt in den Fokus zu stellen. Die Methode ist interessant, doch auf einer abstrakten Ebene angesiedelt, der Ansatz kreativ, denn es ist wichtig, sich bewusst zu machen, was die Bedürfnisse des Users sind.

Für eine Teilnehmerin ist der Schlüsselsatz des Workshops: Helping: verstehen, welche Information in welcher Form der User wirklich benötigt.
Wird der Journalist, die Journalistin zum Dienstleister der breiten Bedürfnispalette der User?

img_4256

Ob die Methode nun eins zu eins anwendbar ist oder nicht, die Design Thinking-Met
hode sensibilisiert die Journalisten für wen sie schreiben, hat neue Impulse vermittelt und regt zum Denken an.

„Design Thinking ist in erster Linie eine hilfreiche Methode für mehr Agilität in komplexen Systemen“.

Mehr gibt es bei konradweber.ch

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s