«Da müssten wir das Tessin verkaufen, es rentiert auch nicht»

Der Journalismustag hat die Bandbreite der journalistischen Themen komplett abgedeckt. Das heisseste Thema jedoch wurde nur in den Gängen diskutiert – die No-Billag-Initiative.


von Patrick Amrhein, Milena Palm, Jana Thoma, Lisa Wickart, Lionel Mattmüller, Sereina Meienhofer, David Rutschmann

«Die No-Billag-Initiative ist verbrannte Erde», sagt Markus Spillmann, ehemaliger NZZ-Chefredaktor. Der Konsens der Teilnehmer war klar – Nein zu «No Billag». Nur bei der zukünftigen Gestaltung der SRG bestehen grosse Differenzen. Spillmann findet, der Journalismus sollte sich dem Markt beugen. Die Anbieter sollten in einem Wettbewerb um die verschiedenen Service Public Leistungen stehen. Diese werden dann zeitlich beschränkt vom entsprechenden Medium wahrgenommen. Jedoch ist eine Finanzierung durch die Gesellschaft unumgänglich, denn nur so kann Qualitätsjournalismus gewährleistet werden.

Watson-Gründer Hansi Voigt meint sogar: «In der Logik der No-Billag-Initiative müssten wird das Tessin verkaufen, es rentiert ja auch nicht.» Die Gemüter waren erhitzt. Ladina Heimgartner, Direktorin des rätoromanischen Teils im Hause SRG, wäre dankbar um einen Plan B – man könne sich gerne bei ihr melden. Die momentane Strategie der SRG ist gute Arbeit und viel Zuversicht. André Moesch, Präsident der TELESUISSE sagt: «Die SRG hat in den letzten Jahren eine gewisse Grossspurigkeit und Arroganz an den Tag gelegt und das verursacht eine gewisse Wut bei den Leuten.» Auch Andreas Häuplti ist der Meinung, dass sich die SRG eine Mitschuld trägt. Ladina Heimgartner ist sich dieser Vorwürfe bewusst, sie weiss, dass sich etwas ändern muss.

Eine öffentliche Debatte anzuheizen ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Den Konsens zwischen Medienschaffenden und Konsumenten zu finden sollte dabei Priorität haben. Qualitätsjournalismus kann nur durch eine sinnvolle Finanzierung gewährleistet werden. Das Solidaritätsprinzip muss bestehen bleiben, die zukünftige Umsetzungsform ist aber noch auszudiskutieren. Das System der SRG zu verändern wird jetzt, wo die Debatte angestossen ist, wohl unumgänglich sein. Das Konsumverhalten hat sich verändert, das kann auch die SRG nicht abstreiten.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s