Digital, heute egal – Billag war zentral!

Die «No Billag»-Initiative steht überall innert kürzester Zeit im Mittelpunkt der Diskussionen. So auch am Journalismustag 2017. Ein Kommentar.

Von Michelle Jung, Tina Spichtig, Andrea Durisch, Vivianne Emmanuel, Funda Akcay und Lea Saluz

Wie und warum gefährdet die Digitalisierung unsere Demokratie? Um diese Frage hätte sich die Diskussion drehen sollen. Aber kaum fiel das Stichwort «No Billag», zog es sämtliche Aufmerksamkeit auf sich. Das hat auch uns dazu angeregt, über unsere Argumente nachzudenken.

Gratiskultur der heutigen Gesellschaft

Im Endeffekt geht es uns nur ums Geld. Herr und Frau Schweizer bezahlen jährlich über CHF 400 für eine Dienstleitung, die sie womöglich gar nicht vollumfänglich nutzen. Das Problem ist: Wir wollen immer mehr zu immer günstigeren Preisen, am besten kostenlos. Für Qualität, Aufwand und Diversität sind wir nicht bereit, entsprechend zu bezahlen.

Aber sind wir uns sicher, dass wir weniger Geld in die Hand nehmen, wenn wir statt der «No Billag» die Gebühren für einzelne Channels bezahlen? Netflix kostet jährlich CHF 240, dazu ein Sky-Abo mindestens CHF 300. Man rechne…

Anhand des Rückgangs der Printmedien ist feststellbar, dass die Zahlungsbereitschaft sinkt, da das Meiste auch online abrufbar ist – gratis. Stichwort: Gatekeeper. Schleusenwerter kann heutzutage jeder sein. Man veröffentlicht Inhalte gratis auf Social Media. Beiträge von Privatnutzern verursachen fehlende Einnahmen und bringen den Journalismus in finanzielle Engpässe.

Schmarotzertum

Böse Zungen behaupten, dass wir Eidgenossen dazu tendieren, Schmarotzer zu werden, sobald unsere geliebte Lauberhorn-Abfahrt nicht mehr auf SRF 2 verfügbar wäre. Falls die «No Billag» angenommen wird, stehen Sportübertragungen per sofort nicht mehr gratis zur Verfügung. Wir weichen auf ORF aus, und sitzen somit den österreichischen Gebührenzahlern auf der Tasche. Immer noch ein gutes Gewissen?

Parlament konnte keinen Kompromiss finden

Links oder rechts, ganz oder gar nicht. Aber warum hat das Parlament uns keinen Mittelweg und Kompromiss geliefert? Diese Ausgangslage und die Medienberichterstattung drängt uns zur Entscheidung für eines der beiden Extreme. Enthaltungen sind tabu und werden angeprangert, wie dies die Sonntagszeitung erst kürzlich machte.

Fazit 

Das Thema wird auch weiterhin für Diskussionsstoff sorgen. Uns hat der Journalismustag 2017 einen Denkanstoss gegeben, den Lesern hoffentlich auch.

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